Osterholz
Menü

WEISSER RING zu Gast beim SoVD in Hüttenbusch

06.03.2017

Bildurheber: Dieter Quass

von links: Ingrid Meyrath, Waldemar Hartstock, Georg Maas

WEISSER RING zu Gast in Hüttenbusch

 

Auf einem Neujahrsempfang kürzlich in der Kreisstadt wurde das Treffen beschlossen: Der WEISSE RING Osterholz erhielt vom Vorsitzenden des SoVD Hüttenbusch, Waldemar Hartstock, eine Einladung für einen Vortrag beim dortigen Ortsverband. Waldemar Hartstock: "Wir sind mit 238 Mitgliedern ein ziemlich starker Ortsverband in der SoVD-Gemeinde, und wir treffen uns regelmäßig am ersten Montag im Monat im Dorfgemeinschaftshaus. Dieser "Info- und Klönnachmittag" hat mit regelmäßig 40-50 Personen sehr guten Zuspruch. Die Mitglieder können sich austauschen, erfahren die Neuigkeiten aus dem Ortsleben, oder es werden Vorträge angeboten."

So war auch die März-Runde voll besetzt. Zunächst gab es die Kaffeetafel mit wunderbarem Apfelbutterkuchen, sowie die Einstimmung mit einem Märzgedicht durch die Frauensprecherin Ingrid Meyrath. Die Ehrung der Geburtstagskinder erfolgte mit einem Wunschlied.

Der Außenstellenleiter des WEISSEN RINGS, Georg Maas, bedankte sich für die Einladung und berichtete über die Gründung des WEISSEN RINGS im Mainz: " Eduard Zimmermann hat als XY-Macher beim ZDF sehr schnell erkannt, dass es damals in den Siebzigern um die Kriminalitätsopfer äußerst schlecht bestellt war. Alle kümmerten sich um die Täter, die "Resozialisierung der Täter" wurde ein Schlagwort dieser Jahre. Das Befinden der nach Schwerstkriminalität stark traumatisierten Opfer dagegen fand nur wenig Interesse. Der Täter hatte drei Anwälte auf Staatskosten, das Opfer saß weinend alleine im Gerichtssaal. Zimmermann hob darum im Jahr 1976 den ehrenamtlich und bundesweit arbeitenden WEISSEN RING aus der Taufe. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit, auch im Bundestag, konnte die Stellung der Opfer verbessert werden, die Opfer erhielten eine Stimme.  Meilensteine waren die Schaffung des Opfer-Entschädigungsgesetzes (OEG) und jüngst die Strafbarkeit des Stalkings nach § 238 StGB." 

Deutschlandweit gibt es in jedem Landkreis eine, sowie in den Städten mehrere Außenstellen des WEISSEN RINGS. Die Außenstellen bilden das Herz des WEISSEN RINGS.

Die Osterholzer Außenstelle hat 10 ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie suchen die Kriminalitätsopfer auf Wunsch zu Hause auf. Kernpunkt ist der menschliche Beistand für das Opfer, das Zuhören und die gemeinsame Verarbeitung des schrecklichen Geschehens. Die Hilfe zur Selbsthilfe hat hohe Bedeutung bei den Gesprächen. Es werden aber auch kostenlose Erstberatung bei einem Anwalt oder bei einem Traumatologen angeboten. Unterstützung gibt es bei Behördengängen sowie Begleitung zu Gerichtsterminen. Auch eine finanzielle Hilfe kann in bestimmten Fällen sehr kurzfristig geleistet werden. Der WEISSE RING unterhält ein dichtes Netzwerk im Landkreis Osterholz und versucht damit, alle dem Opfer zustehenden Rechte zukommen zu lassen. Besonders enge Kontakte werden zur Polizei gehalten, damit das Opfer von dort einen Hinweis auf die Hilfeeinrichtung WEISSER RING erfährt.

Im Verlauf des Vortrags kamen Zwischenfragen besonders zum Thema Einbruch. Georg Maas empfahl, im Einzelfall eine kostenlose Beratung bei der Polizeiprävention in Anspruch zu nehmen. Maas: "Die Traumatisierung des Einbruchsopfers wird oftmals unterschätzt. Es wird niemals eine völlige Sicherheit vor Einbruch geben, aber gewisse Schutzstandards sollten beachtet werden. Der beste Schutz ist eine gute Nachbarschaft. Die meisten Taten werden tagsüber begangen. Der Täter will in wenigen Minuten ans Ziel kommen, ansonsten bricht er die Tat ab und geht zum nächsten Objekt."

Waldemar Hartstock bedankte sich beim Vortragenden: "Wir haben heute neue Perspektiven zum Thema Kriminalität kennen gelernt. Die angerissenen Fälle aus dem Bereich des Kindesmissbrauchs und der häuslichen Gewalt haben nachdenklich gemacht."

 

Marc Bode, Pressesprecher WEISSER RING, Außenstelle Osterholz

Mandy Brünjes, Internetbeauftragte WEISSER RING, Außenstelle Osterholz